Übersicht über aktuelle Veranstaltungen und Präsentationen und/oder
Abstracts von Veranstaltungen, die bereits stattgefunden haben.

Für zusätzliche Informationen zu den Veranstaltungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakt Fortbildungssekretariat:
Frau Sandra Holmegaard
Telefon 076 321 65 68 (nur nachmittags) oder per Email: sandra.holmegaard@pgbs.ch

Onkologie

Fr 20. Jan. 2017

Krebs, Paradigma der modernen Medizin
Prof. Dr. med. Thomas Cerny

Kantonsspital St. Gallen

Individualisierte Therapie
Prof. Dr. med. Martin Fey

Klinikdirektor, Universitätsspital für Medizinische Onkologie, Inselspital Bern
Die moderne Onkologie bemüht sich, biologisch-klinisch heterogene Krebsleiden (z.B. "das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom") in Entitäten aufzuteilen, die von gezielten ("targeted") Therapien profitieren. Dies ist zunehmend Realität, indem die molekulare Testung von Tumor-Biopsien Marker aufzeigen kann, die als Ankerpunkt für therapeutische Antikörper oder kleine Moleküle (Tyrosin-Kinase-Inhibitoren) dienen. Dieses Konzept lässt sich vorwiegende dann umsetzen, wenn im Tumor pathogenetisch wichtige mutierte Gene ("driver mutations") und ihre Proteinprodukte vorliegen, die Krebszellen von normalen Zellen abgrenzen. Die Validierung solcher prädiktiver Marker ist wichtiger als die oft praktizierte Massenpublikation von vielen prognostischen Faktoren, die sich zwar für die Garnierung von Publikationslisten und den Erwerb akademischer Lorbeeren eignen, aber in der Praxis oft wenig relevant sind. Der Vortrag wird diese Aspekte klinisch-praktisch orientiert beleuchten.

Onkologie aus der Sicht der pharmazeutischen Industrie
Dr. rer. nat. Marion Wiesmann

Direktor, Novartis Institutes for BioMedical Research
Oncology Drug Discovery
Die Entwicklung eines Medikaments vom ersten Hit in einer Screening Kampagne zum zugelassenen Arzneimittel ist ein komplexer Prozess und dauert im Regelfall länger als 10 Jahre. In der Onkologie ist der Bedarf für neue Therapien nach wie vor sehr hoch und um neue Medikamente entwickeln zu können benötigt es die Zusammenarbeit eines multidisziplinären Teams. Anhand eines Beispiels wird der Prozess der Wirkstoffent- wicklung in der heutigen Pharmaindustrie beschrieben. Die verschiedenen Abschnitte der Entwicklung: Target Identifizierung und Validierung, Screening und die Selektion des eigentlichen Wirkstoffs, sowie die Strategie zur Auswahl der Patientenpopulation bis zu den ersten Therapieansätzen im Menschen werden besprochen.

Prüfung neuer Medikamente in der Onkologie
Dr. med. Dr. phil. Andreas Wicki

Oberarzt Onkologie, Leiter Phase 1 Oncology Unit am Universitätsspital Basel und Projektleiter am Departement Biomedizin
Die klinische Prüfung neuer Wirkstoffe in der Onkologie erfolgt nach internationalen Standards (ICH-GCP). Phase 1 Studien untersuchen die Sicherheit der Anwendung und die ideale Dosierung bei Patienten mit fortgeschrittenem und therapeirefraktärem Tumorleiden. Phase 2 Studien legen ihr Augenmerk vor allem auf die Wirksamkeit des neuen Medikaments. Phase 3 Studien sind Zulassungsstudien, welche den neuen Wirkstoff gegen die bisherige Standardtherapie vergleichen. Die Verlängerung des Gesamtüberlebens und eine Verbesserung der Lebensqualität sind die wichtigsten Endpunkte von onkologischen Phase 3 Studien. Im Vortrag lege ich den Schwerpunkt auf spezifische onkologische Fragestellungen, die für die verschiedenen Stufen der klinischen Prüfung relevant sind.

Mammakarzinom
Prof. Dr. med. Christoph Rochlitz

Chefarzt Onkologie, Leiter Tumorzentrum, Universitätsspital Basel
Das Mammakarzinom ist der häufigste Tumor der Frau in den westlichen Industriestatten und seine Prognose hat sich in den beiden letzten Jahrzehnten stärker verbessert als die fast aller anderen Tumorkrankheiten im Erwachsenenalter. Der Vortrag soll das Wichtigste über Epidemiologie, Genetik, Vorsorge, Diagnostik und Therapie von Brustkrebs vermitteln. Ein besonderer Schwerpunkt werden die neuen medikamentösen Therapiemöglichkeiten insbesondere beim HER2-positiven Tumor, sein.

Melanom
Prof. Dr. med. Reinhard Dummer

Stv. Klinikdirektor Dermatologie, Universitätsspital Zürich
Das fortgeschrittene metastasierende Melanom galt früher als unbehandelbar. Durch Fortschritte in der Molekularbiologie und Immunologie dieses Tumors wurden neue therapeutische Ansätze entwickelt. Zielgerichtete Behandlungen und Behandlungen mit Immun-Checkpoint Inhibitoren haben nachweislich eine Verbesserung der Überlebens- aussichten bei diesen Patienten kollektiv geführt. Die Grundlagen dieser positiven Entwicklungen werden ausführlich dargestellt.

Gastrointestinale Tumore
PD Dr. med. Dieter Köberle

Leiter Medizinische Klinik und Chefarzt Onkologie
St. Claraspital Basel, Medizinische Klinik
Die Tumoren des Gastrointestinaltraktes umfassen eine Spektrum von sehr verschiedenen Entitäten. Zur Therapie werden zumeist multidisziplinäre Behandlungen eingesetzt. Lernziel dieses Vortrags ist es Grundwissen über die Biologie, Abklärung und die verschiedenen Behandlungsansätze dieser Tumore zu erlangen.

Arzneimittelinteraktionen in der Onkologie
PD Dr. med. et rer. nat. Markus Jörger

Oberarzt, Medizinische Onkologie, Kantonsspital St. Gallen
Aufgrund des sehr häufig engen therapeutischen Fensters sind Arzneimittelinteraktionen (AMI) in der Onkologie von grosser Bedeutung. Bei TumorpatientInnen ist das Risiko von AMI zudem höher wegen der häufigen Polypharmazie, des höher werdenden Patientenalters, Komorbiditäten und nicht selten eingeschränkter Organfunktionen. Im Vortrag werden Grundprinzipien von AMI bei TumorpatientInnen besprochen, vor allem aber praktische Beispiele vorgezeigt und besprochen.